Jetzt geht es los mit der Innenstadt!
Vom 7. bis 9. Mai treffen sich in Hallstadt die Vertreter von acht Architektenbüros aus ganz Deutschland und auch Österreich mit nur einem Ziel: dass am Ende ihres zweitägigen Besuches ein erster Entwurf für die Neugestaltung der Innenstadt steht. Dieser wird dann in der Fach-Jury diskutiert und beraten, bis die Architekten Ende Mai ihre Schluss-Entwürfe präsentieren und diese prämieren lassen. Aktuell trafen sich Ende April die Mitglieder der Fachjury erstmals in Hallstadt zu einer gemeinsamen Besprechung und Ortsbegehung.
Die Jury des Wettbewerbs ist so namhaft besetzt wie die teilnehmenden Architekturbüros: Dabei sind die Dipl. Ingenieure und Architekten Hans Ziegler aus Berlin, Peter Brückner aus Thirschenreuth und Almuth Boedecker aus München sowie der Münchner Sozialgeograph Dr. Volker Salm. Als Jury-Leitung wählte man den Architekten Prof. Michael Szyszkowitz aus Graz, und aus Hallstadt sind neben den beiden Bürgermeistern auch Stadtrat Thomas Söder und Bauamtsleiter Sebastian Faulstich mit von der Partie. Die Kooperation und Moderation übernimmt der Münchner Architekt Klaus J. Schulz, den viele Hallstadter BürgerInnen ja bereits in den Vorgesprächen persönlich kennen lernen konnten. Außerdem unterstützen auch Dr. Bernhard Michel aus Darmstadt, Sachverständiger für Verkehr, Energie und Umwelt, und Thomas Mühlender, Baurat an der Regierung von Oberfranken, die Jury. Dabei waren auch Peter Gicklhorn, Vorsitzender des Hallstadter Gewerbevereins, und Reinhard Zingler von der Joseph Stiftung Bamberg.
In ihrer Vorbesprechung diskutierten die Juroren vor allem, wie Hallstadts Besonderheiten in der Wettbewerbsausschreibung herausgestellt werden können. Wichtige Fragen dabei waren z.B. Wie wichtig ist Kultur für Hallstadt?, Wo trifft sich die Jugend? Und: Wie realistisch ist eine Beruhigung des Verkehrs? Das Architekturbüro von Jury-Leiter Prof. Dr. Michael Szyszkowitz hat schon zahlreiche Wettbewerbe für sich entschieden und ebenso viele Auszeichnungen für seine Arbeiten erhalten, u.a. 2006 den Europa Nostra Award für seine „harmonische und funktionelle Integration eines Handelszentrums in das historische Zentrum von Graz" (weitere Infos unter www.austria-architects.com, Rubrik: Büroprofile, alphabetisch)
Diskutiert wurde aber auch, ob sich die angestrebten Funktionen der Neuen Stadtmitte wirtschaftlich tragen und wie man das geplante Modell eines „Mehrgenerationen-Wohnens" konkret umsetzen könne, z.B. durch Familienwohnungen oder barrierefreie Wohnungen in gehobener Qualität. Ziel sei es, eine gemischte Alters- und Sozialstruktur in die Neue Stadtmitte zu bringen. Angedacht sind dafür Wohnmodelle für mehrere Generationen und für unterschiedliche finanzielle Ansprüche. Bisher leerstehende Gebäude sollen durch so genannte Impulsprojekte wieder aktiviert werden. Und - der Hallstadter Marktplatz soll in jedem Fall in das Konzept miteingebunden werden.
Kerstin Bönisch








