Helmut Gunreben und Alois Zirkel erhalten die Hallstadter Ehrenmedaille in Gold
Engagement als Lebensziel
Manche Momente zeigen ihre Bedeutung erst Jahrzehnte später - ein solcher Moment war in Hallstadt der 17. März 1980, als sich im damaligen Rascher-Saal des Georgenhofes der Musikverein gründete. Hallstadts heutiger Bürgermeister Markus Zirkel erlebte diesen Tag als zehnjähriger Junge und konnte nun - mehr als 30 Jahre später - zwei damaligen Gründungsmitgliedern des Vereins die Bürgermedaille in Gold für ihre besonderen Verdienste zum Wohl der Stadt und Bürgerschaft verleihen: Helmut Gunreben, 72 Jahre, und dem 75-jährigen Alois Zirkel. „Beide folgten ganz unterschiedlichen Lebenspfaden, gestalteten aber gemeinsam 15 Jahre lang die Wege des Musikvereins". Helmut Gunreben festigte und bewahrte als 1. Vorsitzender das Ansehen des jungen Musikvereins und richtete sein Augenmerk vor allem auf den Aufbau der Jugendarbeit: „Der Vorsitz lag in vertrauenswürdigen Händen und machte den Musikverein zu einem renommierten Klangkörper in der Region Oberfranken", so Zirkel, der die vielen musikalischen und gesellschaftlichen Erfolge des Vereins nannte, u.a. begleiteten dessen Musiker auch den Abschied des Papstes von Deutschland. „Das Geheimnis des Vorwärtskommens liegt darin, den ersten Schritt zu tun" - mit diesem Zitat von Mark Twain überschrieb Markus Zirkel seine Laudatio für Helmut Gunreben, der durch seine Initiative schon 1996 den Tag der Internationalen Begegnung in Hallstadt etablierte. „Hier unternahmen Sie frühzeitig einen Schritt zu jener Bürgerkultur, die die Politik heute erst diskutiert", würdigte Zirkel dieses Fest der kulturellen Miteinanders, das alljährlich Menschen aller Nationalitäten am 3. Oktober miteinander feiern lässt. Auch die Gründung des Fördervereins für die Sanierung der Annakappelle gehe auf Helmut Gunreben zurück, der den Erhalt des wertvollen Bauwerks bis heute mit hohem persönlichen Einsatz unterstütze. „Ihnen gelingt es, Menschen für wichtige Dinge zu begeistern und für Ihre Anliegen in Teamarbeit zu organisieren - Sie sind ein würdiger Träger der Bürgermedaille", hob Markus Zirkel die Verdienste Gunrebens hervor, der sich außerdem noch viele Jahre im Stadtrat, als Kirchenpfleger von St. Kilian und in der Seniorenstiftung für Hallstadt engagierte.
Anders als die Mehrheit der Hallstadter Bürgermedaillenträger war Alois Zirkel nie Stadtratsmitglied und wirkt bis heute am liebsten im Hintergrund des Geschehens - dennoch ist die Liste seines Engagements für Hallstadt schier endlos. Fast vierzig Jahre arbeitete er aktiv im Feuerwehrdienst und unterstützte den Verein der Freiwilligen Feuerwehr in der Organisation von zahllosen Veranstaltungen, deren Erlöse meist wohltätigen Zwecken zukamen. „Viele Dinge haben Sie einfach so in Ihre Hand genommen", beschreibt Markus Zirkel die verlässliche Tatkraft des 75-Jährigen, der nicht nur die Umbaumaßnahmen des Feuerwehrheims leitete, sondern auch die Generalsanierung des Kreuzberges und seiner Stationen als „Baustellenleitung" in seine handwerklichen Hände nahm. Auch für den Musikverein organisierte Alois Zirkel als Vorstandsmitglied zwei Jubiläumsfeiern und für die 1987 gegründete Hallstadter Theatergruppe fungiert er - der von 1978 bis 2003 auch im Vorstand des Sport und Kulturrings aktiv war - von den Anfängen bis heute als geschickter Bühnenbildner für die jährlichen Aufführungen. „Als langjähriges Vorstandsmitglied des Bürgervereins (1978 - 2008) unterstützten Sie dessen Veranstaltungen aber eben auch jene vieler Vereine, in denen Sie gar nicht Mitglied waren". Deutlich sichtbar ist der Einsatz von Alois Zirkel bis heute bei der Mauer- und Bauhandwerkerzunft Hallstadt, deren Vorstand er seit 1960 durchgängig angehört und für die er schon vor mehr als vierzig Jahren organisierte, dass ihre Mitglieder wieder die originale Bauhandwerkerkluft tragen.
„Lieber Papa" - ganz am Ende der offiziellen Laudatio erlaubte sich Markus Zirkel dann doch einige persönliche Sätze für seinen Vater, der ihn nicht nur bei den gemeinsamen Alpen-Wanderungen auf Gipfel geführt habe. „Danke für alles, was Du mir ins Leben mitgegeben hast als Vorbild und für gelebtes bürgerliches Engagement." (Kerstin Bönisch)



