Ersatzneubau der A70-Brücke: Die Bewältigung einer Großbaustelle

Auf reges Interesse ist die Bürgerinformationsveranstaltung der Stadt Hallstadt zum geplanten Ersatzneubau der Autobahnbrücke über die A70 zwischen Hallstadt und Bamberg gestoßen. Rund 400 Bürgerinnen und Bürger waren am Donnerstagabend in den Kulturboden Hallstadt gekommen, um sich aus erster Hand über das umfangreiche Bauprojekt zu informieren.

Eine anspruchsvolle Aufgabe

Bürgermeister Thomas Söder eröffnete die Veranstaltung und machte direkt deutlich, dass Hallstadt mit dem Ersatzneubau der Autobahnbrücke über die A70 vor einer außergewöhnlichen Aufgabe steht. Ein Bauvorhaben dieser Dimension bringe erhebliche Eingriffe in bestehende Verkehrsstrukturen mit sich und verlange allen Beteiligten viel Geduld ab. Gleichzeitig unterstrich er die Bedeutung des Projekts, denn die neue Brücke werde mit dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit der Verbindung zwischen Hallstadt und Bamberg langfristig zu sichern. Er appellierte an die Bevölkerung, die bevorstehenden Einschränkungen gemeinsam und mit gegenseitiger Rücksichtnahme zu bewältigen.

Was im Detail geplant ist

Weshalb ein Neubau überhaupt erforderlich ist, erläuterten Stefan Arneth (Leiter der Außenstelle Bayreuth) und Volker Lauterbach (Geschäftsleiter Bau und Erhaltung) von der Autobahn GmbH des Bundes. So stören vor allem drei Pfeiler bei der laufenden Autobahnsanierung, im Zuge derer die Fahrspuren verbreitert werden sollen. Zudem ließen sich moderne Lärmschutzmaßnahmen mit dem bisherigen Bauwerk nur mit erheblichem Aufwand umsetzen, sodass die Brücke den heutigen Anforderungen insgesamt einfach nicht mehr entspricht.

In Planung ist jetzt eine moderne Stahlverbundbrücke ohne Stützen im Fahrbahnbereich der Autobahn. Das neue Bauwerk wird derzeit auf einer Freifläche in der Nähe des städtischen Bauhofs vormontiert und nach dem Abbruch der Bestandsbrücke in einem aufwendigen Verfahren als Ganzes an seinen endgültigen Standort gebracht. Dieser Schritt gilt als Höhepunkt der Maßnahme.

Referierten am Abend: Jörg Mandler (li., Stadtwerke Bamberg), Stefan Arneth (mi., Autobahn GmbH des Bundes) und Volker Lauterbach (re., Autobahn GmbH des Bundes)

Größere Einschränkungen ab Mitte Juni 2026

Der vorläufige Bauzeitenplan sieht vor, dass die Überfahrt von Hallstadt nach Bamberg ab dem 15. Juni 2026 nicht mehr möglich sein wird. Kurz darauf beginnen die Abbrucharbeiten der Bestandsbrücke. Der Einbau der neuen Überfahrt ist dann für Mitte September vorgesehen, während als voraussichtliches Bauende Anfang November 2026 angestrebt wird.

Bereits seit Anfang April ist die Anschlussstelle Hallstadt Nord in Fahrtrichtung Schweinfurt gesperrt, weitere kleinere Einschränkungen werden sich bis in das Jahr 2027 hineinziehen. Insgesamt wird die Maßnahme in mehrere Verkehrsphase gegliedert, die jeweils unterschiedliche Verkehrsführungen mit sich bringen. Hierüber wird die Stadt Hallstadt im Vorfeld rechtzeitig detailliert informieren.

Berliner Ring als wichtigste Verkehrsader

Um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten, wurde ein umfassendes Umleitungskonzept erarbeitet. Der Hauptverkehrsfluss soll insbesondere über den Berliner Ring geführt werden. Ergänzend sind verschiedene Maßnahmen im Stadtgebiet vorgesehen, darunter Halteverbote in stark frequentierten Straßen, wie der Bahnhofstraße und der Landsknechtstraße.

Bereits umgesetzte Maßnahmen, wie die Asphaltierung eines Verbindungsweges zwischen der Autobahnabfahrt Bamberg-Hafen und der Achterbrücke, sollen den Verkehrsfluss, unter anderem auch für den landwirtschaftlichen Verkehr, zusätzlich unterstützen. Es erfolgt insgesamt eine detaillierte Beschilderung des gesamten betroffenen Straßennetzes.

Der Saal des Kulturbodens war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Auswirkungen auch auf den ÖPNV

Auch im öffentlichen Personennahverkehr sind während der Bauzeit Anpassungen erforderlich. Jörg Mandler von den Stadtwerken Bamberg erläuterte, dass insbesondere die Linie 904 einen veränderten Fahrplan erhalten wird. Dies geht mit veränderten Fahrzeiten und teilweise neuen Streckenführungen einher, die ebenfalls den Berliner Ring miteinbeziehen.

Auch für Fußgänger und Fahrradfahrer ergeben sich vereinzelte Veränderungen. So wird beispielsweise die Verbindung vom Reitersweg zum Schrebergartengebiet Roppach ab Juli 2026 gesperrt. Stattdessen erfolgt eine Umleitung durch die Unterführung am nahegelegenen Fliederweg.

Anpassungen jederzeit möglich

Alle Beteiligten betonten am Donnerstag, dass die angedachten Maßnahmen zur Abwicklung des Straßenverkehrs kontinuierlich überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Ein vollständiges Vorausplanen aller Entwicklungen sei bei einem solchen Vorhaben nicht möglich, umso wichtiger sei eine flexible und enge Begleitung während der Bauphase.

Um die Bürgerinnen und Bürger fortlaufend und transparent über die Baustelle zu informieren, wird die Stadt Hallstadt auf ihrer Internetseite eine eigene Unterseite zum Ersatzneubau einrichten. Dort werden aktuelle Informationen zu Umleitungsplänen, Bauphasen, zeitlichen Abläufen sowie Neuigkeiten rund um das Projekt gebündelt bereitgestellt. Auch im Amtsblatt wird ab Juni 2026 fortlaufend über die Maßnahme berichtet. Kurzfristige Änderungen erhalten Bürgerinnen und Bürger zusätzlich per Push-Nachricht in der Hallstadt-App.