Paul Maar im Fokus eines Hauptseminars
Rund 50 Studierende beschäftigen sich im Sommersemester 2026 im Rahmen eines Hauptseminars mit Leben und Werk Paul Maars. Im Mittelpunkt stehen dabei ausgewählte Texte aus seinem vielseitigen Schaffen – von den „Sams“-Büchern über „Lippels Traum“ bis hin zu neueren Veröffentlichungen wie „Die Tochter der Zauberin“ und seiner autobiographischen Schrift „Wie alles kam“. Ergänzt wird die literaturwissenschaftliche Auseinandersetzung durch Fragen der Literaturvermittlung, Verfilmungen seiner Werke sowie Paul Maars zeichnerisches Schaffen.
Einblicke in die Entstehung des geplanten Museums
Bei einem Besuch in Hallstadt am Mittwoch, 13. Mai, erhielten die Studierenden Einblicke in die Entstehung des geplanten Paul Maar-Museums: Vor Ort stellten Dagmar Stonus von der Agentur FranKonzept, die an der inhaltlichen Museumskonzeption mitgewirkt hat, sowie Tobias Dorn von der Stadt Hallstadt das Konzept des Museums vor. Auch Hallstadts Bürgermeister Thomas Söder begleitete den Termin. Die Studierenden erfuhren dabei aus erster Hand, wie Museen entstehen, welche Überlegungen hinter der Konzeption stehen und wie kulturelles Erbe öffentlich vermittelt werden kann.
Im Anschluss besuchte die Seminargruppe das Hallstadter Paul-Maar-Archiv mit den Vorlass-Beständen des Autors. Bereits im vergangenen Jahr hatten Studierende der Europäischen Ethnologie an der Universität Bamberg gemeinsam mit Prof. Dr. Heidrun Alzheimer den umfangreichen Bestand inventarisiert und damit eine wichtige Grundlage für das geplante Museum geschaffen. Erfasst wurden dabei tausende Objekte – darunter Bücher, Manuskripte, Zeichnungen, Fotografien, Filmrequisiten, Fanpost und persönliche Dokumente.
Literaturwissenschaft trifft Archivpraxis
Die Studierenden des aktuellen Seminars bekommen ebenfalls die Gelegenheit, mit dem Archivmaterial zu arbeiten. „Paul Maar ist ein außergewöhnlich facettenreicher Künstler, dessen Werk Generationen von Leserinnen und Lesern geprägt hat. Für die Studierenden ist es eine besondere Gelegenheit, sich nicht nur wissenschaftlich mit seinen Texten auseinanderzusetzen, sondern auch Einblicke in Literaturvermittlung, Museumsarbeit und den Umgang mit Archivmaterialien zu erhalten“, sagt Prof. Dr. Andrea Bartl, Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft, die das Seminar leitet.
Perspektivisch sollen aus dem Seminar weitere Forschungsarbeiten entstehen, etwa Abschlussarbeiten oder Dissertationen. Das Seminar wird zudem durch weitere besondere Programmpunkte ergänzt: Paul Maar selbst soll im Juni und Juli an einzelnen Sitzungen teilnehmen. Darüber hinaus ist für September ein studentisches Forschungskolloquium mit Vorträgen zu Paul Maars Werk geplant.
Ein vielfältiger Ort für Groß und Klein
Das geplante Paul Maar-Museum in Hallstadt soll weit mehr als eine klassische Ausstellungseinrichtung werden. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Leseförderung, Fantasie, Theater, Film, Illustration und vieles mehr. Besucherinnen und Besucher sollen nicht nur Einblicke in das vielseitige Werk des Schriftstellers erhalten, sondern auch erfahren, wie eng Literatur, Kreativität und persönliche Entwicklung miteinander verbunden sind. Das Museum versteht sich dabei als lebendiger Bildungs- und Begegnungsort, der Menschen aller Generationen zum Entdecken, Mitmachen und Weiterdenken einlädt. Werte wie Neugier, Empathie, Mut und Lebensfreude sollen durch ein modernes, interaktives Konzept erlebbar gemacht werden.
Bürgermeister Thomas Söder erwähnt die besondere Bedeutung des Projekts für Hallstadt: „Mit dem Paul Maar-Museum schaffen wir einen Ort, der Fantasie weckt, zum Lesen verführt und Generationen verbindet“, freut er sich. Paul Maar selbst betont dazu: „Geschichten entfalten ihre größte Kraft, wenn sie geteilt werden. Ich freue mich, dass Hallstadt einen Ort plant, an dem Sprache und Bilder lebendig werden.“